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Vorgebirge

Vorgebirge

rozległa panorama, delikatny zachód słońca, drzewa na pierwszym planie

Wir fahren an ihnen meistens vorbei, wenn wir die „Zakopianka” auf der Strecke Krakau-Myślenice, die Autobahn A4 bzw. die etwas langsamere „Sądeczanka” auf der Strecke Brzesko - Nowy Sącz nutzen. Die Vorgebirge (Wielickie, Wiśnickie, Rożnowskie und Ciężkowickie) werden völlig grundlos übersehen, verbergen sie doch jede Menge Geheimnisse. Sie sind in topografischer und kultureller Hinsicht sehr abwechslungsreich, bieten dabei viele touristische, historische und ethnografische Attraktionen. Sie garantieren, dass man die Zeit interessant verbringt, unabhängig der individuellen Freizeitvorlieben. Wir laden Sie zu einem Ausflug durch diese weite Region von Małopolska ein, von der jeder begeistert sein wird! 

Natürliche Schätze

Der See Czchowskie entstand in Folge der Absperrung des Flusses Dunajec am Staudamm in Czchów. Durch die Erhöhung des Wasserpegels wurde der Charakter der Region verändert, gleichzeitig gingen jedoch auch die Überschwemmungen zurück, die viele Schäden in der Umgebung eingerichtet hatten. Mehrere Kilometer weiter in Richtung Süden befindet sich ein weiterer künstlicher Stausee – der See Rożnowskie. Da er nicht weit von Nowy Sącz liegt, ist er bei den Touristen sehr beliebt. Auf die Gäste warten Übernachtungsplätze in den Orten Tęgobórz, Znamirowice, Gródek nad Dunajcem und Rożnów, die Wassersportgeräte können wir an der Yacht-Anlegestelle in Znamirowice mieten.

An der Grenze zwischen den Vorgebirgen Wielickie und Wiśnickie liegt der See Dobczyckie. Dieses Gewässer entstand als Stausee auf dem Fluss Raba und ähnlich wie bei den Seen Czchowskie und Rożnowskie wurde durch seinen Bau das Problem mit den Überschwemmungen in der Region gelöst. Was nicht allgemein bekannt ist, das Wasser aus dem Stausee Dobczyckie dient als Trinkwasserreservoir für die Stadt Krakau.

Die Seen bilden nur einen landschaftlichen Auftakt zu den grünen Attraktionen der Region. Wir empfehlen Ihnen Jamna ein, einen 530 m ü.d.M. hohen Berg, genauer gesagt in die dortige Hütte des Landstreichers. Von diesem Platz aus eröffnen sich traumhafte Aussichten auf die Vorgebirge, beim guten Wetter kann man sogar die Tatra sehen. Nicht weit ist es von hier zum Schutzgebiet Diable Skały in Bukowiec, das die Aufschlüsse des Ciężkowice-Sandstein schützen soll. Einer Legende zufolge wurde der Felsen hierher vom Teufel persönlich aus Ungarn gebracht. Das Objekt ist etwas kleiner als die Versteinerte Stadt in Ciężkowice, erfreut sich aber ebenfalls einer Beliebtheit unter den Besuchern.  

Das Schutzgebiet Skamieniałe Miasto, die Versteinerte Stadt, ist die größte Natur-Sehenswürdigkeit im Landschaftspark Ciężkowicko-Rożnowski. Unter Schutz gestellt wurden hier Felsenaufschlüsse des Ciężkowice-Sandsteines, die auf einer Länge von 700 m verteilt sind, angefangen von der "Hexe" und dem Felsen "Rathaus", bis zu dem am höchsten gelegenen "Felsen" (367 m ü.d.M.). Der bekannteste Aufschluss ist die Hexe, die man sogar von der Woiwodschaftsstraße 977 sehen kann. Tatsächlich, wenn man den Stein genauer betrachtet, kann man darin ein menschliches Gesicht erkennen. Angeblich handelt sich dabei um eine versteinerte Hexe, die einen Priester verspottete, der einen Kranken besuchen wollte. Wenn wir schon in der Versteinerten Stadt sind, müssen wir unbedingt den Wasserfall Ciężkowicki sehen. Man erreicht ihn über die Hexenschlucht. Ihr Name bezieht sich auf eine Legende, der nach sich dort die Hexen mit den Teufeln zum Sabbat versammelten.

20 km südlich von Ciężkowice liegt der See Beskidzkie Morskie Oko. Gelegen auf dem Hang von Maślana Góra (753 m ü.d.M.), ist er ein Abdämmungssee, der im Jahr 1784 entstand. Unweit von hier liegt Jelenia Góra (684 m ü.d.M.), mit einem Naturschutzgebiet, in dem Berg-Ahorn, Karpaten-Buche und Tanne geschützt werden.

Bleiben wir noch im Bereich des Ciężkowickie Vorgebirges und besuchen den Landschaftspark vom Brzanka-Gebirgszug, wo verschiedene Tiere ihren Lebensraum haben, darunter der Europäische Biber, Fischotter, der Nördliche Kammmolch, der Karpatenmolch oder die Gelbbauchunke. Der höchste Gipfel im Park ist Brzanka (536 m ü.d.M.), es lohnt sich, ihn zu besteigen, denn auf seinem Gipfel befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man ausgezeichnet die ganze Gegend sehen kann, beim schönen Wetter sogar die Tatra.

Das Schutzgebiet im Styr-Massiv entstand Zwecks Erhaltung der natürlichen Waldsysteme, die für das Karpatenvorgebirge typisch sind. Das Schutzgebiet Cisy in Mogilna auf den Nordhängen von Jodłowa Góra (715 m ü.d.M.) befindet sich in der Nähe von Nowy Sącz. Auf einem Bereich von 56 ha wird dort die Gemeine Eibe geschützt. Interessanterweise wurde diese Baumart als erste in Polen unter Schutz gestellt, was bereits unter der Herrschaft des Königs Wladislaw Jagiełło geschah.

Wechseln wir nun zum Wiśnickie Vorgebirge in den Landschaftspark Wiśnicko-Lipnicki. Auf der „Must see-Liste” findet man dort Felsenaufschlüsse Brodziński-Steine, die Holzkirche St. Leonhard, in die Weltkulturerbe von UNESCO eingetragen, das Naturschutzgebiet Kamień-Grzyb und das Schutzgebiet Bukowiec.

Vom Wiśnickie Vorgebirge reisen wir weiter zum Wielickie Vorgebirge, genauer gesagt in die Region Mogilan. Hier besuchen wir das Naturschutzgebiet Kozie Kąty, das ein Mischwaldgebiet mit Tannen schützt sowie das floristische Schutzgebiet Cieszynianka mit dem Inselschutzgebiet der Schaftdolde.

Sacrum 

Auf dem Gebiet von ganz Małopolska kreuzten sich Religionen, die über Jahrhunderte hinweg nebeneinander existierten, kein Wunder also, dass man in den Vorgebirgen jede Menge prachtvoller Sakralbauten findet, sowohl christlichen als auch jüdischen Glaubens. Das Gros der Holzbauten findet man auf der Route der Holzarchitektur. 

Wir empfehlen Ihnen einen Besuch in der Pfarrkirche Mariä Geburt in Czchów. Das Bauwerk wurde 1346 im gotischen Stil errichtet. Es ist das älteste und besterhaltene Denkmal der Sakralarchitektur in der Region Brzesk. 

In Tropie nad Dunajcem steht eine romanische Kirche, eine der ältesten in diesem Teil Polens. Der Tradition zufolge wurde sie an der Stelle der ehemaligen Einsiedelei des hl. Andreas Zorard errichtet, eines Benediktinermönchs, der um die Wende des 10. und 11. Jh. lebte. Vom ursprünglichen Bau sind nur die Chorwände erhalten geblieben. Eine andere romanische Kirche finden wir in Dziekanowice. Den Historikern zufolge dürfte sie bereits um die Wende des 11. und 12. Jh. entstanden sein.

In Iwkowa findet man die Friedhofskirche Mariä Heimsuchung, auf die 2. Hälfte des 15. Jh. datiert. Wir empfehlen Ihnen außerdem einen Besuch in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Tymowa, im 14. Jh. gestiftet. Beide Objekte liegen auf der Route der Holzarchitektur.

Andere Kirchen der Gegend, die ebenfalls auf der Route der Holzarchitektur stehen, sind: Filialkirche St. Johannes der Täufer in Rzepiennik Biskupi aus dem frühen 16. Jh., Pfarrkirche St. Bartholomäus in Jastrzębia, Pfarrkirche der Rosenkranzmadonna in Przydonica, Pfarrkirche Kreuzerhöhung in Podole - Górowa, Kirche der Hll. Apostel Petrus und Paulus in Rożnów, Kirche Allerheiligen in Bobowa.

Ebenso interessant sind die Innenräume der Kirchen: Hl. Margarita in Żurowa, Erzengel Michael in Jodłówka Tuchowska, Hl. Justina in Paleśnica, Hl. Stanislaus in Wilczyska, sowie die Katharinenkirche in Ryglice, errichtet am Standort einer Holzkirche aus dem 17. Jh. oder die Klosteranlage der Franziskaner in Zakliczyn.

Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen u.a. das Franziskanerkloster in Wieliczka mit dem Gnadenbild der Muttergottes, Fürstin von Wieliczka, die Filialkirche St. Adalbert in Szymbark, der Tradition zufolge an der Stelle angerichtet, an der hl. Adalbert auf seinem Weg von Ungarn nach Polen eine Messe feierte. Unbedingt sehen sollte man die in die Weltkulturerbe-Liste von UNESCO eingetragenen Kirchen: Erzengel Michael in Binarowa und St. Leonard in Lipnica Murowana.

In Nowy Wiśnicz haben wir zwei bedeutende Kirchen. Die erste ist die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, in deren Pfarrhaus das Gemälde von Jan Matejko „Auferweckung des Lazarus” zu sehen ist. Die Klosteranlage der Karmeliten von Nowy Wiśnicz wiederum findet man auf dem Gelände einer …Vollzugsanstalt. Man kann sie nur einmal im Jahr betreten, während des sog. Wochenendes mit Denkmälern des Landkreises Bochnia, das jedes Jahr am ersten Samstag und Sonntag im September veranstaltet wird.

Nicht fehlen bei der Besichtigung der Sakralbauten von Małopolska darf außerdem die Stiftskirche St. Nikolaus in Bochnia. Diese größte und älteste Kirche der Stadt wurde im 15. Jh. errichtet. Neben der Kirche befindet sich ein freistehender hölzerner Glockenturm aus dem frühen 17. Jh., in Blockbauweise errichtet, in das Register der Route der Holzarchitektur eingetragen.
In der Gegend fehlt es nicht an Objekten der jüdischen Kultur. In Bobowa sollte man sich die Synagoge und den jüdischen Friedhof ansehen – beide Orte stehen mit dem Zentrum der Chassidim-Bewegung in Verbindung, das hier Ende 19. Jh. vom Rabbiner Szlomo Halberstam gegründet wurde. In der Synagoge finden während der Pilgerfahrten der Chassidim zu den Gräbern der Zaddikim von Bobrowa Gottesdienste statt.

Während des 1. Weltkriegs fanden auf dem Gebiet der Region Małopolska zahlreiche Kämpfe statt. Die wichtigste Schlacht, die zugleich den Durchbruch der Ostfront bedeutete, erfolgte bei Gorlice – die deutschen und österreichisch-ungarische Truppen schlugen dort die Russen und zwangen sie zum Rückzug. Im Kampf an der Front fielen zahlreiche Soldaten, daher findet man in der Gegend viele Friedhöfe mit ihren Gräbern. Einer davon ist das Objekt Nr.  123 Łużna auf dem Hügel Pustki, das auf der Ostfrontroute des 1. Weltkriegs liegt. Es ist die größte aller 400 Nekropolen des 1. Weltkriegs auf dem Gebiet Westgaliziens. Es sind hier rund 1201 Soldaten bestattet.

Etwas für Körper und Seele

Das Vorgebirge ist für seine kulinarische Spezialitäten berühmt, die es sonst nirgendwo gibt. Dazu gehört Suska sechlońska – eine Pflaumenart, die sich durch saftiges Fruchtfleisch und faltige, klebrige Haut in dunkelblauer Farbe charakterisiert. Die Region Raciechowice ist für ihre Apfelgärten bekannt! Die hiesigen Früchte reifen in rauerem Klima und bekommen durch die Sonnenbestrahlung der Südhänge sie einen besonderen Geschmack.

Aus der Bohnensorte „Piękny Jaś" lässt sich buchstäblich alles machen, was auch der Wettbewerb für ein Gericht aus diesem Gemüse bestätigt, der das alljährlich in Zakliczyn gefeierte Fest begleitet. Interessanterweise wurde die Pflanze in die Liste der Geschützten Namen der Europäischen Union eingetragen.

Wenn jemand vom Essen noch nicht genug hat, empfehlen wir ihm das Salzfest von Wieliczka. Und vielleicht etwas Stärkeres vom nahgelegenen Weinberg? Nur 3,5 km von Wieliczka werden Rebsorten wie Chardonnay, Riesling, Merlot, Cabernet, Muscat, Grüner Veltliner und Pinot Noir angebaut, die Besucher können die Weine probieren und ihre Geschichte und Herstellungsprozess kennenlernen. Kleine Familienweinberge sind in der ganzen Region der Vorgebirge zu finden.

Zum Abschluss des kulinarischen Festmahls empfehlen wir Ihnen eine Spezialität in Form der Wurstsorte Piaszczańska, die im System der geschützten Herkunftsbezeichnungen und garantierten traditionellen Spezialitäten der EU registriert ist. Diese Spezialität aus Schweinefleisch, in halbnassem Zustand mit Marinade aus Kräuteraufguss und Steinsalz gepökelt, wurde der Legende zufolge von den Fleischern auf den königlichen Tisch auf dem Wawel geliefert. Der Zusatz von Kräutern unterscheidet Piaszczańska von allen anderen Wurstsorten, denn in Polen wird Wurst in der Regel nur mit Salz, Pfeffer und Knoblauch gewürzt.

Doch nicht nur die regionalen Spezialitäten verleihen den Vorgebirgen ihre Originalität. Bobowa ist für das Internationale Klöppelnfestival bekannt, in Dobczyce wiederum wird jedes Jahr das originelle Event „Ausweiden in Dobczyce” veranstaltet. Der Name bezieht sich auf die alte Bezeichnung der lokalen Bevölkerung, die man früher „koziorze" (Ziegenhirten) nannte. Das Fest mit dem farbenfrohen Umzug begleiten u.a. ein Wettbewerb für die schönste Ziege, Vorführung der historischen Fahrzeuge, Wohltätigkeitsaktionen, Sportwettbewerbe und kulinarische Verkostungen. Direkt vor dem Osterfest sollte man Lipnica Murowana aufsuchen, wo ein Wettbewerb für die größte Osterpalme veranstaltet wird - die Rekordhalterinnen sind mehr als 10 m hoch!
Den Musikliebhabern empfehlen wir das Kromer-Festival in Biecz, bei dem in stilvollen Interieurs alte Musik erklingt, die auf historischen Instrumenten gespielt wird. Wenn wir beim Thema Musik bleiben - bemerkenswert ist außerdem das Bildungskonzert CHOPINspired – ein einmaliges Projekt, das den riesigen Einfluss des Werks von Fryderyk auf die polnischen und ausländischen Künstler veranschaulicht.

Wenn Sie auf der Suche nach interessanten Fotomotiven sind - besonders bemerkenswert ist das 3D-Gemälde „Salzwelt” auf dem Ring von Wieliczka – zurzeit das größte Werk dieser Art in Polen. Es enthält die markanten Fragmente der echten Innenräume der Salzbergwerke von Wieliczka (z.B. der Kapelle der hl. Kinga) die entsprechend gestaltet und in einer riesigen Felsenschlucht zu sehen sind. 

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